Doppelleben ?!

Ich möchte eine "Lawine" in Bewegung setzen, welche Überlegungen, Träume und Erinnerungen mit sich reißt!

30. März 2008
Doppelleben ?!

Hallo Ihr Lieben,

ich möchte eine "Lawine" in Bewegung setzen, welche Überlegungen, Träume und Erinnerungen mit sich reißt!
Deshalb stelle ich jetzt die Frage: wer von Euch lebt ein Doppelleben?
Damit meine ich, dass die neigung zur Transvestite, Transsexuelle oder DWT niemanden aus der unmittelbaren Umgebung bekannt ist.
Mich interessiert wie Ihr damit lebt und wie Ihr Euch in der Öffentlichkeit zu Recht findet?
Ich lebe schon fast fünf Jahren als TVmarion. Nur zwei Gleichgesinnten "Mädel's" als Freundinnen und meine Fetisch-Fotografin als meine Beste Freundin kennen mich als eine reifere Dame.
Meine Familie hat keine Ahnung von meinem Doppelleben!
Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich noch nicht "azfgeflogen" bin.
Meine Möglichkeiten als TVmarion zu sein sind meine Geschäftsreisen, Privatbesuche und verschiedene veranstaltungen in Deutschland.
Sie sind zwar oft kostenintensiv und bedürfen eine genaue Planung.
Gerade deshalb macht es mir Spaß!
Ich habe noch eine zweite Leidenschaft.Sie lebe ich in einem Privatclub als devoter und masochistischer Sklave aus. Meine Herrin
und Ihre Zofe helfen mir dabei.

Also, aufgepaßt! Meine Lawine rollt!

Herzlicht
TVmarion
30. März 2008
Nun..

Seit letztem Freitag bin Ich fast Frei,das vorherige "Doppelleben" war für mich schon eine belastung,ist jetzt aber fast vorbei.
Nun auch sonst muß Ich mich mit meinen zwei geschlechtern auseinandersetzen.
Mein Job ist mir nun einmal heilig.Ohne wäre vieles nicht möglich.Aber dafür muß Ich leider auch auf das "mehr"das Ich mir wünsche verzichten.
Feierabend,nach haus kommen,Hose in die Ecke und einen bequemen Rock anziehen,das ist das erste was Ich mache.

Familie... unmöglich sich da zu outen,da Ich aber eh nur losen kontakt zu Mutter und schwestern pflege,kann Ich damit gut leben.

Privat bin Ich nur noch Rafaela und möchte auch gar nicht anders mehr sein.Ich habe das Glück in einer Gegend zu wohnen in der kaum einer was vom anderem weiß.
30. März 2008
Und schon wieder rallebein!

Liebe rallebein,

hast Du aber Gut!
So ein Gegend möchte auch ich mal haben. Vielleicht kreuzen sich einmal unsere Wege! Ich werde Dich höflich begrüßen und ... !

Herzlichst
TVmarion
30. März 2008
schade,,,,

aber Deine bilder waren nicht so mein Ding.Ich bin eine richtige Halbfrau und nicht nackisch zu sehen.
31. März 2008

Leider führe ich,was meine Schwiegereltern betrifft,auch ein Doppelleben.Vermutlich wissen die ganz genau,was mit mir ist,aber die reden nicht drüber (machen allenfalls Andeutungen) und meine Frau will keine Debatten mit denen haben und geht nicht auf Andeutungen ein.
In allen anderen Fällen mache ich aus meinem Leben kein Staatsgeheimnis mehr,auch im neuen Job kam das ganz natürlich rüber.
Mein Geld zum Leben,verdiene ich selber.Meine Steuern bezahle ich auch selber...,das macht nicht "der liebe Nachbar" !!! Also will ich auch selber bestimmen können,wie ich mein Leben gestalte.

Lieben Gruß,
Gabi
31. März 2008
Es ist gut so!

Liebe rallebein,

herzlichen Dank für Deine ehrliche Worte!

Ich akzeptiere Deine Meinung ohne wenn und aber. So ist mal im Leben, die eine so und der andere so.
Sei glücklich und lebe Dein Leben!

Herzlichst
TVmarion
31. März 2008

Nun wir sind Doch alt genug um uns die empfindungen zu sagen.Jeder ist nun einmal einzigartig in seinen Gefühlen...

sei gegrüßt von das Rafaela
31. März 2008
Auch die Schwiegereltern ... !

Liebe Gabi,

herzlichen Dank für Deine nette und aufmunternde Worte!

Ja, so ist es eben, auch die Schwiegereltern haben ihre eigene Meinung.
Diese Meinung kann sehr verletzend sei und verursacht Schmerzen.
Man kann zwar streiten oder sein lassen aber wo liegt der richtiger Weg?
Du hast bzw. Ihr habt eine Lösung gefunden und sie ermöglicht Euch ein streitfreies Nebeneinander. Ich wünsche Euch weiterhin viel Glück!

Herzlichst
TVmarion
31. März 2008
Wir sind einig!

Liebe Rafaela.

Du beschreibst diese Situation sehr treffend!

Es wäre schrecklich, wenn noch wir und mit unseren Neigung ständig lügen müssten.
Also, laß es Dir gut gehen!

Herzlichst
TVmarion
04. April 2008

Ein interessantes Thema, das Ihr hier aufgegriffen habt !
Im Grunde führen die crossdresser unter uns ja doch alle ein Doppelleben. Nur bei den TS ist das anders. Denn wenn man ganz und endgültig Frau werden will, muss man das Doppelleben beenden.

Bei mir war das von Anfang an so, dass ich stets zwei Bekannten- und Freundeskreise hatte, sozusagen einen "bürgerlichen" und einen TG-freundlichen. Und die wurden strikt getrennt, was manchmal sehr mühsam war. - Was tut man z.B., wenn man en-femme Geburtstag feiern will ? Da werden ja doch Freunde, denen gegenüber man sich nicht geoutet hat, zur persona non grata.
Beide Freundes- und Beklanntenkreise zusammenzuführen, habe ich nie fertiggebracht. Es gibt eben iimmer wieder nette Kollegen oder Freunde aus irgendeinem Verein oder auch solche aus früherer Zeit, von denen man sich nicht trennen möchte.

Ich kann heute im Hause tun, was ich möchte, trage hier fast nur noch Röcke und Kleider und mache mich gelegentlich hübsch zurecht. Denn meine Frau akzeptiert das voll und ganz und schätzt auch die positiven Seiten meiner weiblichen Seele.
Wenn aber die Nachbarn klingeln - liebe und freundliche Leute, die aber auf einen Transgender mit äußerstem Befremden reagieren würden - dann beginnt schon das Doppelleben. Und daraus ergeben sich auch Schwierigkeiten, wenn ich am hellichten Tage als Frau außer Haus gehen will.
Auch in unserer kleinen Gemeinde, wo ich eine Zeitlang noch öffentliche Ämter bekleidet habe, hätte ein Outing für mich verheerende Folgen. Und ich kann es auch meiner Frau nicht zumuten, die schließlich mit mir in die Isolation geriete.

Vor allem an meinem Arbeitsplatz ist ein öffentliches Outing völlig ausgeschlossen. Als Lehrer/in an einer großen Schule wäre ich einem Spießrutenlauf ausgesetzt. Da kann u.U. die weitere Ausübung des Berufs an dieser Schule zur Hölle werden. Es müßte nicht so sein, aber das Risiko ist einfach zu groß.
Damit gibt es große Teile des Alltags, die ich nur als Mann bestreiten kann. - Keine Frage: ich wünschte es mir, dass ich auch dort überall als Frau auftauchen könnte, wenn mir danach ist !
So bleibt es bei der doppelten Rolle im Alltag. Aber darüber bin ich nicht psychisch krank geworden, sondern habe gelernt, dieses Doppelleben störungsfrei zu bewältigen. Gottlob: Ich profitiere davon, dass ich sogar den größeren Teil meiner Arbeit zu Hause am Schreibtisch verrichten muss. Und da wird die männliche Rolle abgelegt, sobald ich die Haustür von innen hinter mir zugemacht habe. Wie wäre doch das Leben schön, wenn wir den fliegenden Wechsel nicht jeden Tag vollziehen müßten !

Liebe Grüße, Monika
06. April 2008
Wir habe es wirklich nicht leicht !

Liebe Monika,

herzlichsten Dank für Deine viele und interessante Zeilen!

Ich kann es verstehen was dazu gehört, wenn man so ein Leben führt wie Du.
Für Dich gibt aber eine große Hilfe. Deine Frau! So ein liebe-und verständnisvolles Wesen hat nicht jede von uns.
Wie sagt man es so schön?
Geteiltes Leiden sind nur halbes Leiden und geteilte Freuden sind doppelte Freuden!

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns näher kennenlernen könnten.
Hast Du Interesse daran?

Herzlichst
TVmarion
06. April 2008

Da werd ich auch mal an dieser Stelle auch meine Situation darstellen. Also, in engster familiärer Beziehung (Ehefrau) hab ich nun endlich in voller Konsequenz die Hose gegen den Rock getauscht. Ich hatte es vor 8 jahren schon mal angedeutet, aber dann versucht "es" zu verdrängen. Sie kann es verstehen, aber nicht mehr mit mir leben, nun sind wir halt nette Bekannte. Anders sieht es natürlich im Beruf oder Freundeskreis aus. Dort führ ich nach wie vor ein Doppelleben. Aber auch dort denk ich mir Strategien aus. In meinem derzeitigen Job (reine Männerwelt in gehobener Position) ist es mit Sicherheit schwierig, aber... schaun wir mal. Der Freundeskreis ist da schon ein wenig einfacher -> eigentlich alles offene, aufgeschlossene Menschen, die im Leben stehn. Ich werde da mit speziellen Leuten anfangen und mich "schonend" outen. Bin mal gespannt auf die Reaktionen. Im Grunde möchte ich dieses Doppelleben nicht mehr, zu viele Jahre schon geht das.
ich halt Euch auf dem Laufenden, wie es weitergeht *zwinker*
07. April 2008

Bin mächtig gespannt darauf, wie es weitergeht, Lynda ! Und wünsche Dir v i e l Glück dabei.
Marion, da hast Du wirklich einen interessanten Thread eröffnet. Das ist doch ein extrem wichtiges Thema für uns alle, und der Bericht von jeder, die hier postet, ist vielleicht eine Ermutigung für Andere.
Würde mich freuen, Dich kennenzulernen, Marion. Vielleicht führt uns ja mal der Weg in den Spreewald. Kahnpartie en-femme, wäre das nichts ? Oder eine Deiner Geschäftsreisen führt irgendwo hier bei uns vorbei ? Ich schreib´Dir mal eine CM.

Ganz liebe Grüße,
Monika
07. April 2008

Hallo zusammen,

der Outing-Prozess ist sicherlich keine einfachen Geschichte.
Dennoch ist fraglich, warum man derartige Dinge verheimlichen sollte.

Sicherlich habe ich es da mittlerweile einfach, aber auch bis ich schlußendlich zum dem Punkt gekommen bin, mich meiner Partnerin zu offenbahren, hat eine lange Zeit gebraucht.

Schwierig wurde es nochmal bei mir, da ich selbständif im Aussendienst arbeite und obwohl ich im privaten Umfeld als Frau lebe und dies von meiner Umgebung auch als solches anerkannt wird, war eben lange Zeit eine gewisse Grundangst vor der Reaktion meiner Kunden und diese ebenso gegenüber meines Geschäftspartners, welcher zwar von meiner Transsexualität von Anfang an wußte, jedoch darum bat, dies nicht in der Firma in die Menge zu streuen, da es ja um Respekt und Mitabeiterführung ginge.

Im allgemeinen konnte ich trotz der männlichen "Verkleidung" bei Kundenbesuchen, meinen gegenübersitzenden Gesprächspartnern an den Augen ablesen, dass sie am rätseln waren, was da nun vor ihnen saß.
Dies spitzte sich soweit zu, dass es einige Wochen gab, in welchen ich es komplett vermied, mich mit Kunden zu treffen, da die psychische Belastung beim "männlichen Verkleiden" für mich zu groß darstellte und wider meiner Natur und meinen Gefühlen war.
Klingt irgendwie komisch, aber durch das Outing und meine Veränderung fühle ich mich wohl wie noch nie in meinem Leben und dann wird von mir verlangt, bei Menschen in einer Form aufzutreten, wie es lange für mich ein Problem war.
Trotz dieses Wunsches meines Geschäftspartners, gehe ich nun schon einiger Zeit trotzdem den Weg der Offenbahrung gegenüber meiner Kunden. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich, von "das hab ich mir schon die gnaze Zeit gedacht und gut dass du es sagst" bis "wo soll denn da ein Probelm sein".
Negativreaktinen hatte ich bisher noch nicht, da ich denke, dass diese Offenheit auch ein zusätzliches Vertrauen schafft, aber dies ist sicherlich von Branche zu Branche unterschiedlich.
Ich hoffe, dass es weiter so bleiben wird und kann nur jeder, zumindest im Bereich der Transsexuellen empfehlen, diesen Schritt zu machen.

LG - Tassja
19. August 2008

Ihr Lieben,
mein Entschluss, meine beiden Seiten ernst zu nehmen und zu leben, wirft eine Menge an Fragen auf.

Doch an erster Stelle steht für mich, mein Leben und meine Gefühle zu geniessen.
Momentan, und es ist die Gegenwart, die meines Erachtens genossen werden will (und soll), bin ich dabei mein Leben einfach zu "entrümpeln" und versuche, mit Freude die nächsten Jahre zu verbringen.

Nicht losgelöst und erhaben von und über die Realität, sondern mittendrin, aber ohne "faule" Kompromisse und Versteckspielchen.

Wie gesagt, ich stehe (mittlerweile) zu meinen beiden Seelen und das bedeutet für mich ganz klar, doch ein Doppelleben zu führen mit "innerer" Emanzipation.

Leicht gesagt, denn im schnöden Alltag bin ich oft genug, inclusive der Familie, mit unverständigen und ignorant - intoleranten Leuten konfrontiert.

Doch ich bemerke auch, dass es gerade bei meinen Gästen und Kunden immer mehr Menschen gibt, die nicht blöd fragen und glotzen.

Der Vorteil: Ich bin mein eigener Chef, obwohl es in einem Familienbetrieb immer unangenehme Einmischungen gibt und dummes Gelaber über geschäftsschädigendes Verhalten.

Doch die Mehrzahl der Kunden stört sich nicht an meinem Outfit und ein Einbruch des Umsätze ist nicht zu verspüren.

Na ja doch, ich bediene und arbeite (noch)nicht en femme, wohl aber gestiefelt , oder mit Damensandalen, mit lackierten Finger- und Fußnägeln und trage Damentops.

Das fällt wirklich nicht allzuvielen auf, oder stört sie nicht.

Ergo setze ich mich über das Geschwätze mehr und mehr hinweg, auch wenn es nicht immer so leicht geht!

Vielleicht bin ich "hasenfüssig", weil ich mich vorerst nur recht unauffällig verhalte und nicht komplett fraulich gebe, doch das entspräche auch nicht meiner momentanen Gefühlslage.

Wie weit ich diesen Weg beschreite, hängt aber auch davon ab, was meine Geliebte letztendlich mit voller Überzeugung mit(er)tragen kann undl diese Partnerschaft ist für mich nach allem durchlebtem endlich mal ein Highlight und daher werde ich mich erstmal nur mit ihr und abseits jeglichen Umfeldes mich im Urlaub "en femme" präsentieren!

Solange bleibt meine zweite Seite erstmal mehr oder weniger auf die Gefühlsebene beschränkt und noch nicht ganz offen sichtbar aber auch nicht total versteckt und unterdrückt!

Ich jedenfalls fühle mich damit überhaupt nicht unwohl und belastet!

alles Liebe

Chris(tina)

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